Wetterfeste Niedersachsen haben viele Regenschirme

Die Hoffnungen auf eine weiße Weihnacht hat der Wettergott in weiten Teilen Deutschlands auch anno 2017 leider wieder ignoriert: Die meisten der um die Romantik betrogenen Feierenden dürften aber auch auf den stattdessen zu beklagenden Regen bestens vorbereitet gewesen sein.

Diese Vermutung legen zumindest die Anfang Dezember vom niedersächsischen Landesamt für Statistik veröffentlichen Zahlen nahe, die unter anderem auch von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung mit gesteigerten Interesse aufgenommen – und umgehend weiterverbreitet worden sind.

Demnach wurden allein im Kalenderjahr 2016 sagenhafte 5,6 Millionen Regenschirme in das besagte Bundesland importiert; was in Anbetracht von gezählten 7,9 Millionen Einwohnern rund 0,7 Schirmen pro zuvor unbeschirmtem Kopf entspricht.

Wird diese Zahl auf das gesamte Bundesgebiet hochgerechnet, dann wurde Deutschland im entsprechenden Zeitraum von fast 59 Millionen Regenschirmen überschwemmt. Angesichts einer solchen Menge ist es kein Wunder, dass so manches bedauernswerte Exemplar zum lieblos behandelten Wergwerfprodukt verkommt.

Noch deutlichere Hinweise auf die unselige Wergwerf-Kultur lassen sich den offenbar verschwindend geringen Produktionskosten entnehmen. Für die Händler schlug jeder nach Niedersachsen eingeführte Schirm gerade einmal mit einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 2 Euro zu Buche.

Regenschirme wurden fast ausschließlich in China und Kambodscha produziert

Die Preise wurden dabei vor allem von China in den Keller gedrückt, dass sich mit einem Anteil von 54% als Hauptherkunftsland der Regenschirme erweist; gleichfalls imposante 43% sämtlicher Schirme hatten hingegen in Kambodscha erstmals das Licht einer örtlichen Produktionshalle erblickt.

Der kümmerliche Rest an Regenschirmen wurde aus den Niederlanden, der Slowakei und Österreich in den Norden des Landes importiert; auf diesem Wege kehrten dann unter anderem auch die vor ein paar Jahren ausgewanderten Knirpse aus der Alpenrepublik in ihre ursprüngliche Heimat zurück.

Sind die Knirpse zweifellos dem gehobenen Preissegment zugeschlagen, entsprich doch aber zumindest deren Format genau dem Geist der Zeit; angesichts 72% eingeführter Modelle hatten Taschenschirme im Jahr 2016 einmal mehr absolute Hochkonjunktur.

Auch die klassischen Stockschirme finden sich zahlenmäßig aber noch immer deutlich vor den zu den Exoten zählenden Sonnenschirmen ein, was mit Blick auf das in Niedersachsen meist zu beklagende Wetter allerdings auch keine große Überraschung ist.

Unter dem Strich lässt sich den Statistiken folglich entnehmen, dass die Nachfrage nach Schirmen ungebrochen ist: Im Zusammenhang mit den zu vernachlässigenden Produktionskosten machen sich die Objekte der Begierde somit auch als Werbegeschenke ausgesprochen interessant.

Schließlich braucht es hier nur geringfügige zusätzliche Investitionen, um qualitativ hochwertige Regenschirme als Werbegeschenke an potentielle oder Betsandskunden zu überreichen. Entsprechende langlebige Präsente könnten dann dafür Sorge tragen, dass die Importbilanz künftig um einiges maßvoller ausfällt.