Regenschirme für Fahrradfahrer, aber nicht von Fare

Die Regenpresse: Trockenen Rades durch den Regen?

In den einschlägigen Rankings wird Freiburg stets zu den fahrradfreundlichsten Städten der Republik gezählt. Für entsprechend wenig Verwunderung sorgt deshalb die Nachricht, dass sich ausgerechnet ein im Breisgau ansässiges Entwicklerteam der Verbesserung des zweirädrigen Fahrkomforts verpflichtet fühlt.
Dass den unermüdlichen Bemühungen jedoch ausgerechnet ein Fahrrad Regenschirm entsprang, kommt dann aber doch als eine kleine Überraschung daher: Schließlich ist die Studentenstadt an der Dreisam gemeinhin für ihre beneidenswert große Zahl an Sonnenstunden bekannt.

Da Petrus aber offenbar selbst den südlichsten Teil Deutschlands nicht von gelegentlichen klimatischen Verwerfungen verschont, haben die eingangs erwähnten Tüftler mit dem „Under-Cover“ nunmehr eine weitere Spielart des Bike Umbrellas anscheinend zur Markreife gebracht.

Der Fahrradschirm möchte dem Missstand(?) zu Leibe rücken, dass bei Wolkenbrüchen noch immer unzählige radelnde Stockschirme und Taschenschirme das Straßenbild bestücken – während die darunter versteckten „Piloten“ ihr Gefährt einhändig durch den dichten Verkehr manövrieren. Auch der nun Abhilfe in Aussicht stellende „Under-Cover“ mutet auf den ersten Blick aber zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig an; schließlich bietet der horizontal am Lenker zu montierende Schirm zunächst einmal nur der Bekleidung einen wirksamen Nässeschutz. Stattdessen leistet eine in den Regenschirm integrierte Kapuze dafür Gewähr, dass auch die mühsam hergerichtete Frisur halbwegs trocken durch den nächsten Schauer kommt. Dank der angenähten Haube bleiben auch dem Hals und den Schultern ungewollte Duschen erspart.

Dabei versucht das flexible Material dafür Sorge zu tragen, dass die Bequemlichkeit nicht zu Lasten der Sicherheit geht. So können sich Nutzer der Fahrrad-Regenschirme etwa auch weiterhin per Schulterblick den erforderlichen Überblick verschaffen.

Ein gewisses Maß an Skepsis muss jedoch gleichwohl aus der zum Ausufern neigenden Größe der Regenschirme resultieren: An dieser Stelle drängt sich schon die Befürchtung auf, dass sich das Gefährt bei ungünstig stehenden Winden plötzlich in ein Flugzeug transformiert. Angesichts der resultierenden Überbreite scheinen zudem Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmern vorprogrammiert zu sein; auf engen Fahrradewegen dürften namentlich die unvermeidlichen Fahrradkuriere das nur schwerlich zu passierende Hindernis auf das Heftigste verfluchen.

Ungeachtet dieser Einwände sollten die ersten Under-Cover infolge einer erfolgreich verlaufenen Kickstarter-Kampagne schon bald auf den Straßen zu sehen sein; laut der offiziellen Planung werden Unterstützer der ersten Stunde ab Februar 2018 mit ihrem neuen Fahrradschirm beglückt. Sind alle diese „Kickstarter-Erfinder“ mit Ihren Ideen eigentlich alle bei etablierten Werbeartikel Herstellern wie Fare Regenschirme abgeblitzt?

Als beglückend könnte sich die Innovation im Übrigen eventuell für die PR-Branche erweisen; dank ihrer großflächigem Schirme scheinen die Bike Umbrellas schließlich bestens als urbane Werbegeschenke geeignet zu sein.