Kunstinstallation in Laim: Hell leuchten die Regenschirme

Regenschirme sollen Menschen und Kultur vereinen

Die Schönheit der Regenschirme und ihre Symbolkraft als Zeichen des Schutzes haben schon viele Künstler zu spektakulären Installationen inspiriert. Der Paraplü als Muse, aber vor allem als Zeichen des Zusammenrückens, ganz im Sinne von „komm mit unter meinen Schirm“, hatte die Künstlerin Sophie Johanna Kaiser bereits in den Jahren 2006 und 2009 zu ganz besonderen Kunstobjekten in Süddeutschland inspiriert. In Open-Space-Installationen auf den Isarauen wiesen von unten beleuchtete Regenschirme auf Lebenspunkte von Obdachlosen hin und ließen diese in der Dunkelheit erleuchten wie Feuerstellen.

In Laim sorgt Sophie Johanna Kaiser nun erneut für Aufsehen mit einer Schirm-Installation, wenn sie farbenfrohe Regenschirme am Laimer Platz in der Nacht hell anstrahlen lässt. Die Regenschirme sollen auf Stellen in Laim aufmerksam machen, die künstlerisch bislang nicht in Erscheinung getreten sind. Orte, die hier für gewöhnlich niemand mit dem Prädikat „kulturell wertvoll“ belegen würde. Ecken, die eher das Gegenteil suggerieren: Tristesse. So gab es am vergangenen Freitag zwei Stunden lang die Gelegenheit, beim Kunst- und Musikparcours „Open space – hören und sehen“ im Schein farbenfroh erleuchteter Regenschirme Performances und Konzerte zu bestaunen. Diese endeten genauso schnell, wie sie plötzlich auftauchten – ähnlich dem Auf- und Zuklappen eines Regenschirms.

Ziel dieser Aktion war es, diesen Stadtteil neu zu erschließen und für kulturelle Zwecke zu öffnen. Ein Bewusstsein für Kunst zu erschaffen und zu demonstrieren, dass jede Ecke zu einer Bühne werden kann. Gleichzeitig sollte, wie schon bei den vorigen Aktionen der Künstlerin in den Isarauen, auf die prekären Wohnumstände und die Obdachlosigkeit hingewiesen werden. Die Besucher auf dunkle Stellen – im direkten und im übertragenen Sinne – aufmerksam machen und mit den dort lebenden Menschen einen Dialog aufbauen.

Neue Chance für vergessene Regenschirme

Die Regenschirme, die Kaiser für ihre Aktion nutzte, egal ob Stockschirme, Taschenschirme oder Kinderschirme, stammten alle aus dem MVG Fundbüro und erhielten für das Kunstprojekt eine zweite Chance. Die einst in Bus oder U-Bahn vergessenen Regenschirme haben somit eine ähnliche Vita wie manch Obdachlose aufzuweisen und erhalten in Laim eine neue Aufgabe. Schon in den Tagen zuvor ließ die Künstlerin verlauten, dass die Schirme bei Bedarf von den Besuchern gerne ihrem eigentlichen, ursprünglichen Zweck entsprechend verwendet werden dürfen: Als Schutz vor Regen.

Weil auch der schönste Regenschirm nicht vor dem Vergessen in Stadt und Bahn gefeit ist, macht dieser Umstand den Schirm zu einem ganz besonders interessanten Werbeträger. Zum einen ist jeder Mensch froh, stets Ersatz zur Hand zu haben, zum anderen trägt sich eine Werbebotschaft auf vergessenen Schirmen wunderbar weiter. Ob ins Fundbüro gebracht oder einfach behalten, ein mit Logo versehener Schirm fällt auf, bleibt im Gedächtnis. Zudem sind die verschiedenen Regenschirm-Modelle von FARE von bezeichnender Qualität, halten Wind und Wetter stand und werden daher besonders gerne als Werbegeschenk in Empfang genommen.