Die Regenpresse: Regenschirme aus der Zukunft

Regenschirme und die Crowd: Ewige Romanze

Auch wenn es sich bei einem Regenschirm um einen relativ simplen Gebrauchsgegenstand zu handeln scheint, blieb selbstverständlich auch das schützende Dach nie von Optimierungen verschont: So waren schon in den vergangenen Jahrhunderten Heerscharen von Erfindern damit beschäftigt, dem Schirm das Multitasking beizubringen. Doch obwohl sich etwa die von Wikipedia erwähnte ergänzende Verwendung als Blitzableiter nicht so recht bewährte, sind heutzutage noch immer findige Tüftler mit der Verbesserung des Regenschirms beschäftigt – schließlich gilt auch hier der alte Spruch, dass das Bessere der Feind des Guten ist.

Folglich wissen einschlägige Blogs und Zeitungen regelmäßig von mehr oder weniger bahnbrechenden Ideen zu berichten, die Regenschirme auf neue evolutionäre Stufen hieven: Und den Zeichen der modernen Zeit entsprechend, sind die hier vorgestellten Prototypen in aller Regel bei Kickstarter zu Haus. Schließlich gilt es in der Erfinderbranche mittlerweile als unfein, mit den eigenen Kreationen die schmutzigen Klinken von potentiellen Geldgebern zu putzen; stattdessen sammeln die Visionäre das benötigte Kapital lieber direkt bei der zukünftigen Kundschaft ein.

Ein Abstecher zu Kickstarter ist jedoch nicht nur interessant, um sich über mögliche Neuheiten auf dem Markt der Stockschirme, Werbeschirme & Co zu informieren: Schließlich gibt die Mutter aller Crowdfundig-Websites ebenso darüber Aufschluss, mit welch alltäglichen Tücken der kleine Mann von der Straße zu kämpfen hat. Demnach ist es für viele Regenschirm-Besitzer offenbar ein echtes Ärgernis, nach einem Schauer für den tropfnassen Schirm verantwortlich zu sein – dank eines Start-up-Unternehmers aus der Lombardei ist hier jedoch endlich Abhilfe in Sicht.

Taschenschirm mit 90000 Euro Finanzierung

Screenshot Kickstarter-Projekt: Regenschirm „Kjaro“

Der von Angelo Vadruccio entwickelte „Kjaro“ gestattet es nämlich, den noch feuchten Schirm unmittelbar nach der Verwendung in einer wasserdichten Schutzhülle zu verstauen. Das Tropfwasser wird dabei von einem an der Spitze befindlichen Behältnis aufgefangen, welches sich zum geeigneten Zeitpunkt unkompliziert mit einem Dreh entleeren lässt. Obwohl Vadruccio nach eigenen Angaben unschöne Erlebnisse auf dem täglichen Arbeitsweg in der Mailänder U-Bahn zu seiner Erfindung inspirierten, soll der „Kjaro“ vor allem Weltenbummler beglücken: Da die Schutzhülle mit einem Klick an Rucksäcken und Koffern befestigt werden kann, müssen sich Reisende fortan um ein sperriges Gepäckstück weniger Sorgen machen.

Annähernd 90.000 eingesammelte Euro lassen praktisch keinen Zweifel zu, dass nasse Regenschirme für viele Zeitgenossen ein ernstzunehmendes Problem bedeuten; immerhin ist der „Kjaro“ das erfolgreichste Projekt bei Kickstarter, welches die italienische Erfindergemeinde derzeit zu bieten hat. Für noch mehr Furore hat allerdings freilich die Idee von zwei Männern aus New York gesorgt, die mit dem klassischen Design von Regenschirmen bricht: Dem kurz und bündig als Sa™ betitelten Modell werfen rund 1.500 Unterstützer schier unglaubliche 150.000 Euro hinterher – was in etwa der fünffachen Summe des eigentlichen Finanzierungsbedarfs entspricht.

Fällt beim Sa™ zunächst die unkonventionelle sechseckige Form ins Auge, dürfte das riesige Interesse jedoch vor allem der innovativen Konstruktion geschuldet sein: Dass sich der Schirm wie ein Origami auf- und zusammenfaltet, lässt unter anderem auch das traditionelle Metallskelett überflüssig werden. Die Taschenschirme dieser Serie sollen dementsprechend von einem deutlich geringeren Gewicht profitieren; aufgrund der in Wegfall geratenen Streben soll die Neuentwicklung zudem den tückischen Windböen sehr viel besser trotzen. Wir sind neugierig und werden den SA nach Fertigstellung in einem Vergleichstest gegen unseren Oversize-Taschenschirm Magic Windfighter – mit Windproof System und den Fare FlexBar Kunststoffschienen – antreten lassen

Dass allerdings längst nicht alle Erfindungen ins Schwarze treffen, ruft der bei Kickstarter zum Ladenhüter gewordene „Phone-Brella“ in Erinnerung: Dass es dieser dank eines C-förmigen Griffs ermöglicht, den Schirm am Handgelenk zu befestigen, und zugleich ein Smartphone zu bedienen, hat lediglich 21 Apple- und Android-Jünger überzeugt. Bisweilen wendet sich so mancher Visionär also noch immer Problemen zu, von denen die meisten Mitmenschen zuvor nicht einmal den leisesten Schimmer hatten – da jedoch ausgerechnet eine Abteilung eines südkoreanischen Telefonanbieters diesen Regenschirm erfand, dürfte es sich beim „Phone-Brella“ wohl ohnehin nur um einen gelungenen Werbegag handeln. Das Medienecho jedenfalls war groß – Mission accomplished!

Regenschirm 5055 Bottlebrella mit Kapselheber

Taschenschirm Bottlebrella – der mit dem „Flaschenöffner“ (hier in flaschengrün…)

P.S. Die Entwicklung und Produktion unseres origenellen Bottlebrella mit integriertem Kapselheber wurde ganz altmodisch ohne Beteiligung einer Crowd finanziert – und dennoch wurde dieser Taschenschirm DAS Werbegeschenk im Festival-Sommer 2015…