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Die Regenpresse: Innovative Geschenkideen für Wasserscheue

 Gadget Regenschirme: Gähn…

Die vorweihnachtliche Zeit bietet selbst den hiesigen Pressehäusern die Gelegenheit, sich von ihrer ganz praktischen Seite zu präsentieren: Allerorten sind derzeit originelle Anregungen für Geschenke zu finden, von denen sich die anspruchsvolle Verwandtschaft vielleicht doch noch einmal überraschen lässt. Erfreulicherweise wurde bei dieser Ideensammlung auch an die Freunde exklusiver Regenschirme gedacht – wie die folgenden Beispiele erahnen lassen, scheint der Trend dabei ziemlich deutlich in Richtung Hightech-Schirm zu gehen.

Galten noch vor ein paar Jahrzehnten jene hellen Köpfe als Erfinder, die ein bereits ausgereiftes Produkt um einen zusätzlich eingebauten Wecker ergänzten, muss man sich derzeit schon an einer App probieren, um sich den Applaus der fortschrittsgläubigen Kollegen zu verdienen. Insofern war es nur eine Frage Zeit, bis auch den ersten Regenschirm das fragwürdige Schicksal ereilt, unter die Vormundschaft eines Smartphones gestellt zu werden: Fortan sorgt nun der „Kisha“ dafür, dass die bislang so selbstverständliche Benutzung des Schirms zu einem kleinen Staatsakt wird.

Dem Online-Apple-Fanzine www.maclife.de gebührt hierbei der Ruhm, sich in einer intensiven Testreihe mit dem Gadget-Regenschirm beschäftigt zu haben: Der prinzipiell wohlmeinende Bericht muss jedoch eingestehen, dass selbst ein Besitzer des „Kisha“ noch längst nicht aller irdischen Sorgen ledig ist. So macht die zugehörige App zwar auf sich aufmerksam, sobald sich das Smartphone zu weit von dem offensichtlich vergessenen Schirm entfernt – bei der verzweifelten Suche nach dem Liebhaberstück lässt die Technik den Schirmbesitzer dann aber doch sträflich im Stich.

Recht hat er...

Recht hat er…

Auch, dass sich die exklusive „Wetter-Funktion“ in Erinnerung ruft, wenn die Mitnahme eines Regenschutzes geboten erscheint, stellt sich lediglich als nette Spielerei heraus: Schließlich ist hinlänglich bekannt, dass sich jeder Smartphone-Besitzer längst von schätzungsweise drei bis fünf Wetter-Apps über das zu erwartende regnerische Ungemach informieren lässt. Noch mehr könnte dem Erfolg des „Kisha“ allerdings die Tatsache im Wege stehen, dass dieser aufgrund der eingebauten Batterie ziemlich unhandliche Formen angenommen hat – und somit hinsichtlich seines Platzbedarfs selbst klassische Stockschirme in den Schatten stellt.

Der entgegengesetzte Weg wird dagegen vom „Blunt Mini“ beschritten, der es sich zur Aufgabe macht, Taschenschirme mithilfe einer neuartigen, besonders straffen Stoffbespannung endlich sturmsicher zu machen: Obwohl erfahrungsgemäß im Windkanal früher oder später alle Regenschirme in die Knie gehen, zeigt sich www.business-on.de von der „RTS-Technik“ (Radial Tensioning System) sichtlich angetan, die das Umklappen des Schirms verlässlich unterbinden soll. Noch begeisterter wird jedoch freilich die zugehörige Tragehülle kommentiert, die „lässig über die Schulter gehängt“ werden kann und somit dem „lästigen Schirmtragen“ ein für alle Mal eine Absage erteilt: Eine vermeintliche Neuheit, die regenschirme.com im Jahr 2001 das erste Mal bei einem Stockschirm vorgestellt hat.

Wer allerdings zu jenen unverbesserlichen Zeitgenossen gehört, die sich vielmehr für den Charme des Althergebrachten begeistern, den tröstet möglicherweise unser Jahresrückblick über die Zumutungen der Moderne hinweg: Mit Phil Naisbitt meldete sich im September nämlich ein Mann der alten Schule zu Wort, der als Manager für die seit 200 Jahren in London ansässige Firma James Smith and Sons tätig ist – und als Sprachrohr des traditionsreichsten britischen Regenschirmgeschäfts im Spiegel eine ganze Menge aus dem Nähkästchen zu plaudern wusste.

Als Kenner der Materie konnte Naisbitt unter anderem richtigstellen, dass es beileibe keine App braucht, um den Schirm nicht bei der erstbesten Gelegenheit zu vergessen: „Das Einfachste ist, ihn nicht aus den Augen zu lassen und auf keinen Fall an jemanden zu verleihen, dessen Telefonnummer man nicht hat.“ Noch sicherer ist es jedoch wohl, die allseits beliebten, weil kostengünstigen Werbeschirme gegen eine Kreation aus dessen Laden in der New Oxford Street einzutauschen: Wurden nämlich beispielsweise erst einmal „ab“ 3.500 Euro in ein edles Modell mit einem Griff aus Schlangenholz investiert, dürfte dann auch der schusseligste Mensch stets über den Verbleib seiner Habseligkeiten im Bilde sein.