Bei diesem Taschenschirm lag die Crowd richtig

Von Taschenschirmen und schlechter Recherche

Da das Bessere bekanntlich der natürliche Feind des Guten ist, scheint selbst das seit Jahrhunderten praktisch unveränderte Design des bewährten Regenschirms noch nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Regelmäßig löst es bei uns ein fast schon kindliches Erstaunen aus, welche diesbezüglichen Innovationen mehr oder weniger gewitzte Erfinder in der heimischen Garage zusammenfrickeln. Auf der Crowdfounding-Plattform kickstarter.com lässt sich allerdings auch immer wieder nachvollziehen, dass die Neuentwicklungen bei den potentiellen Kunden nicht in allen Fällen auf ungeteilte Gegenliebe stoßen.

Auf den ersten Blick macht es hier den Eindruck, als wäre ein zweifacher Familienvater aus New York besonders konsequent an der künftigen Zielgruppe vorbeigeschrammt. Für den bereits zu Beginn des Jahres 2015 vorgestellten „Better Umbrella“ sammelte kickstarter.com innerhalb eines Monats schließlich exakt einen müden Dollar ein – dabei hatte der verhinderte Erfinder John Cullinane ursprünglich eine Summe von 10.000 Dollar anvisiert, um mit seinem besseren Taschenschirm demnächst den Weltmarkt aufzumischen.

gescheitertes Funding Regenschirm

Eine etwas intensivere Beschäftigung mit diesem krachend gescheiterten Projekt lässt erahnen, dass bisweilen nur kleine, aber feine Details über den Verlauf einer Erfinder-Karriere entscheiden: Immerhin kann kaum behauptet werden, dass der „Better Umbrella“ nicht einem nachvollziehbaren Gedankengang entsprang. Dass der mittig angebrachte Stock der klassischen Regenschirme nämlich ausgerechnet den am meisten Schutz bietenden Platz versperrt, hat vermutlich schon jeder einmal verflucht, der etwa mit einem etwas größeren Rucksack erfolglos einem hefigen Niederschlag zu trotzen versuchte.

Mit einem seitlich versetzten Stock schienen die von Cullinane am Reißbrett entworfenen Stockschirme nun endlich eine Lösung für dieses Problem in Aussicht zu stellen. Allerdings hat es manchen potentiellen Spender dann möglicherweise doch ein wenig abgeschreckt, dass sich das Projekt zu Beginn des vergangenen Jahres noch in seiner „embryonalen“ Phase befand. Das einzusammelnde Kapital sollte deshalb keineswegs die massenhafte Produktion des Prototyp befeuern – vielmehr waren zunächst einmal erste CAD-Zeichnungen und vage Experimente mit einem 3D-Drucker angedacht.

Dass die verhinderten Sponsoren ihre Geldbörsen fest verschlossen hielten, war gewiss aber auch dem noch gewichtigeren Grund geschuldet, dass der angeblich neuartige bessere Regenschirm einfach ein paar Jährchen zu spät dran gewesen ist: So bietet etwa ein gleichlautendes Modell schon seit dem Herbst 2012 in unserem Webshop seine treuen Dienste an. Die hier gemeinten Fare Exzenter Taschenschirme lassen jedoch zugleich keinen Zweifel daran, dass der „Better Umbrella“ prinzipiell einer verdammt guten Idee entsprang; über einen Mangel an Anerkennung kann sich der asymmetrische „Mini“ nämlich nicht beschweren.

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Die gleichermaßen außergewöhnliche wie gefällige Optik brachte dem Schirm aus dem Hause Fare etwa gleich einmal eine Nominierung für den „Deutschen Design Award 2014“ und eine „honorable mention“ beim „reddot design award 2013“ ein. Dass die Exzenter überdies auch als Werbeschirme bleibenden Eindruck garantieren, wurde beim „PromoFritz-Award“ für die besten Werbeartikel des Jahres 2013 zudem mit einem Preis der Kategorie Bronze honoriert.