Die Regenpresse: Regenschirm als Verkehrshindernis

Auch bei Werbegeschenken gilt: Nicht am falschen Ende sparen!

Nachdem Regenschirme bedauerlicherweise bereits im verregneten Teil des Sommers allgegengegenwärtig waren, erweisen sich diese nun auch im Herbst als unverzichtbare Begleiter. So manches Exemplar scheint derzeit allerdings ein befremdliches Eigenleben zu entwickeln.

Anstatt dem Besitzer die vorgesehenen treuen Dienste zu leisten, stellten sich Schirme in den vergangenen Tagen gleich mehrfach als ein bislang sträflich unterschätztes Unfallrisiko heraus – so musste etwa das Internetportal thueringen24.de einen ziemlich kurios anmutenden Zusammenstoß vermelden.

Laut zur Kenntnis gegebenem Polizeibericht kurvte demnach ein 24-jähriger Autofahrer arglos durch die Straßen Apoldas, als sich „nach ersten Erkenntnissen ein im Fahrzeuginneren nicht ordnungsgemäß verstauter Regenschirm“ unvermittelt öffnete.

Da sich der vor Fahrtantritt offenbar auf dem Beifahrersitz platzierte Schirm dummerweise vor der Windschutzscheibe entfaltete, wurde der nur noch bedingt manövrierfähige Wagen von dem Thüringer gegen ein anderes am Straßenrand abgestelltes Auto gelenkt.

Wenngleich es in diesem Fall erfreulicherweise keine Verletzten zu beklagen gab, kamen die beiden Fahrzeuge weniger glimpflich davon; der erhebliche Sachschaden machte den Einsatz von gleich zwei Abschleppwagen erforderlich.

Diese Anekdote dürfte für neues Wasser auf die Mühlen jener Schirmhersteller sorgen, die bereits seit längerer Zeit die Billigmentalität der Verbraucher kritisieren. Die für ein paar Cent in Asien produzierten Stockschirme und Taschenschirme sind im ungünstigsten Fall offenbar nicht erst beim ersten etwas heftigeren Windstoß für unangenehme Überraschungen gut.

Auch Werbetreibende sollten deshalb besser nicht am falschen Ende sparen. Schließlich müssen die als Werbegeschenke an den Mann gebrachten Regenschirme schon gewissen qualitativen Mindeststandards entsprechen, damit sich der beabsichtige Zweck der PR nicht in sein Gegenteil verkehrt.

Selbst hochwertig produzierte Werbeartikel Stockschirme hätte allerdings zugegebenermaßen nicht das schwere Busunglück in Istanbul verhindern können, über das vor einer reichlichen Woche länder- und medienübergreifend zu lesen war.

Auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole wurde der Schirm in diesem Fall als unbotmäßige „Argumentationshilfe“ in einem Streit missbraucht, in dessen Verlauf ein offenbar cholerischer Passagier den Busfahrer mit gezielten Schlägen attackierte.

Wie unter anderem Euronews und der ORF berichteten, hatte der Chauffeur zuvor eine Haltestelle ohne den eigentlich vorgesehenen Stopp durchfahren – woraufhin zunächst der verärgerte Fahrgast und bald auch der Fahrer die Kontrolle verlor.

Das unter Schirmschlägen vom Sitz rutschende Opfer begrub mit dem unkontrolliert weiterfahrenden Bus drei entgegenkommende Fahrzeuge unter sich. Während hiernach ein Großaufgebot an Sanitätern elf Verletzte versorgen musste, wurde der unbeschadet dem Wrack entstiegene Fahrgast noch an der Unfallstelle festgenommen.