Turn On über smarte Regenschirme

Die Regenpresse: Regenschirme mit Suchfunktion

Noch ein Regenschirm für den technikaffinen Städter

Hatten sich die Presseerzeugnisse für gehobene Ansprüche zuletzt verstärkt mit den traditionellen Aspekten des Regenschirms beschäftigt, lässt sich in diesen Tagen so manchem Text aus der journalistischen Grauzone entnehmen, dass das bewährte Accessoire auch die Zukunft nicht zu fürchten braucht.

Während die FAZ, die Zeit & Co wortreich die „Generation Kapuze“ beklagen, legt mit Turn On ausgerechnet die PR-Postille des Elektronikhändlers Saturn schlüssige Konzepte vor, wie sich selbst der skeptischste Nachwuchs für den Schirm begeistert lässt.

Obwohl das Magazin natürlich einen offensichtlich werblichen Charakter besitzt, werden Regenschirme hier nicht als potentielle Werbegeschenke thematisiert – vielmehr nimmt sich die derzeit allgegenwärtige Smartisierung von Haushaltsgegenständen zunehmend auch den meteorologischen Problemstellungen des Alltags an.

Zwar haben wir in den letzten Monaten schon mehrfach von mehr oder meist weniger tauglichen Versuchen berichtet, Stock- und Taschenschirme für das Smartphone schick zu machen; der in der Turn On vorgestellte Opus One könnte in einem fraglos noch ausbaufähigen Markt jedoch tatsächlich Potential besitzen.

Diese Prognose liegt schon deshalb auf der Hand, weil das entsprechende Produkt nicht einer auf einem Hinterhof versteckten Erfinderwerkstatt entstammt. Für die Innovation zeichnen stattdessen frühere Samsung-Ingenieure verantwortlich, die des permanenten Regens im Fernen Osten offensichtlich überdrüssig geworden sind.

Wenig überraschend weiß der Opus One deshalb mit hochwertigen Materialien und einem modernen Design zu punkten. Als besonderer Clou stellt sich dabei der Griff heraus, der mit einer kleinen aufgesetzten Melone und einem aufgemalten Bärtchen einem englischen Gentleman nachempfunden ist.

In eben jenem Griff ist auch die Technik verbaut, die technikaffinen Zeitgenossen einen zumindest teilweise durchaus einleuchtenden Mehrwert verspricht – so verrät dieser nach einem leichten Schütteln, ob die Mitnahme des Schirms überhaupt vonnöten ist.

Durch die per App hergestellte Verbindung zum Smartphone wird von dem smarten Regenschirm hierfür auf den Wetterbericht zugegriffen. Stellt dieser einen regnerischen Tag in Aussicht, bringt sich der Regenschirm mit einem rot leuchtenden Griff in Erinnerung.

Neben weiteren eher lässlichen technischen Spielereien können sich zum gepflegten Chaos tendierende Menschen zudem sicherlich für die integrierte Suchfunktion begeistern. Durch ein Schütteln des Schirms meldet sich das Smartphone mit einem Piepton zu Wort, dank dessen sich der zum Verlegtwerden neigende Zeitdieb unkompliziert auffinden lässt.

Als kleines Manko sind die in sechs Farben zur Auswahl stehenden Stockschirme vorerst jedoch nur in Japan und Südkorea erhältlich. Allerdings arbeiten die Entwickler bereits mit Hochdruck daran, den Opus One auch in mitteleuropäischen Gefilden einzuführen.

Der zu erwartende preisliche Rahmen bringt dann aber möglicherweise doch wieder als Werbegeschenke unter das Volk gebrachte Regenschirme als kostengünstige Alternative ins Spiel. Die in Aussicht gestellten rund 80 Euro sind schließlich schon etwas happig dafür, dass den Opus One weder ein angebissener Apfel noch ein Fare Logo ziert.

Regenschirme: Stil-Tipps Männer von Welt

Die Süddeutsche läßt Ihre Leser nicht im Regen stehen

Schon häufiger hatten wir an dieser Stelle über ein gewisses Unbehagen berichtet, welches viele Männer beim Gedanken an einen Regenschirm befällt. Vor wenigen Tagen ging nun die Süddeutsche Zeitung diesem „seltsamen Verhältnis“ in aller gebotenen Ausführlichkeit auf den Grund.

Als Ausgangspunkt der Analyse diente die Beobachtung, dass sich eigentlich nur der klassische britische Gentleman auf die elegante Nutzung eines Schirms versteht. Während etwa beschirmte englische Film- und Rockstars optisch bestens funktionieren, wirken andernorts selbst gestandene Staatsmänner unter Regenschirmen lächerlich.

Dass es „einem Durchschnittsmann“ somit erst recht „offenbar unmöglich ist, einen Schirm mit Würde zu tragen“, lastet der Autor nicht zuletzt dem Siegeszug der Taschenschirme an – schließlich könne niemand seine maskuline Seite zum Ausdruck bringen, der sein Haupt z.B. mit einem Taschenschirm von Knirps vor Nässe schützt.

Da sich derartige Mini-Schirme jedoch ohnehin eher selten in Herren-Handtaschen verirren, sorgt vor allem ein selbst in diesem Bereich unverzichtbare Experte für Erkenntnisgewinn. „Stil- und Kleidungsexperte“ Bernhard Roetzel weiß gleich von einem ganzen Bündel von Problemen zu berichten, welche die friedliche Koexistenz von Mann und Schirm erschweren.

Regenschirme trägt man mit Würde – oder gar nicht

So kommt es für einen stilechten Auftritt zunächst einmal auf die optimale Länge des Regenschirmes an. Diese ist demnach gegeben, wenn sich die Hand samt Griff unter dem geöffneten Schirm an einem leicht angewinkelten Arm in Hüfthöhe befindet.

Dass diese Vorgabe vielen Zeitgenossen als etwas zu kompliziert erscheint, führt Roetzel auch auf die „Generation Umhängetasche“ zurück, die sich bedauerlicherweise weder auf das Tragen von Aktentaschen und Hüten noch auf das ordnungsgemäße Ausmanövrieren der genutzten Stockschirme versteht.

In Ermangelung brauchbarer Vorbilder macht sich unter den künftigen Rentenzahlern aber auch eine durchaus nachvollziehbare Verwirrung breit; den „gewissen Rhythmus beim Gehen und ein abgestimmtes Schwenken und Aufsetzen des Schirmstocks“ hatten sich frühere Jahrgänge schließlich noch bei ihren Opas abgeschaut.

Leider bleibt an dieser Stelle ungeklärt, warum die momentan als potentielle Vorbilder infrage kommenden Großväter ihre Regenschirme offensichtlich sehr viel weniger rhythmisch bedienen: Möglicherweise zeigt sich hier ganz einfach der allgemeine Verfall der Werte, von dem aktuell so oft die Rede ist.

Deutlich ausführlicher geht der Stil-Experte hingegen auf die schädliche Wirkung von Billig-Schirmen ein. Bei dieser Gelegenheit bekommen dann auch gleich noch als Werbegeschenke an den Mann gebrachten Regenschirme einen Rüffel ab.

Da kostengünstig produzierte Modelle und Werbeschirme hier jedoch in einem Atemzug Erwähnung finden, steckt der Teufel wieder einmal im Detail: Schließlich erfüllen von Natur aus nur jene Werbegeschenke ihren Zweck, die auch etwas höheren Qualitätsansprüchen genügen: Und damit können nur unsere Regenschirme von Fare gemeint sein!

Werden die anderen Stil-Hinweise beachtet, machen modebewusste Männer folglich sehr wohl auch unter einem stimmigen Werbeschirm eine gute Figur – ganz so kompliziert scheint das Verhältnis zwischen dem zweitschönsten Geschlecht und dem Regenschirm also gar nicht zu sein.

Ein Trip zur Wiege der Regenschirme

 Älteste verbliebene Manufaktur für Regenschirme

Momentan macht es den Eindruck, als würden sich Regenschirme zunehmend zu einer elitären Angelegenheit entwickeln. Hatten in den vergangenen Wochen bereits die Süddeutsche Zeitung und die Zeit dieses Sujet aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, zog nun auch die FAZ kurzentschlossen nach.

Das resultierende Porträt über die Schirm-Manufaktur James Smith & Sons lässt jedoch erahnen, dass Qualitätsjournalismus eben ganz einfach Weile haben muss. In seiner liebevollen Ausführlichkeit steht der Text von Peter-Philipp Schmitt für eine der Perlen der diesjährigen Regenschirm-Berichterstattung gerade.

Da sich Phil Naisbitt rühmt, Inhaber der weltweit ältesten noch existierenden Manufaktur zu sein, wird James Smith & Sons zwar regelmäßig in den verschiedensten Medien gewürdigt – mit ehrfürchtiger Begeisterung weiß die FAZ dennoch so manche verbliebene Bildungslücke zu schließen.

Folglich muss man keineswegs hoffnungslos der britischen Lebensart verfallen sein, um nach der Lektüre den Kauf eines der in den Kellerräumen gefertigte Exemplare in Erwägung zu ziehen, was sich aus naheliegen Gründen jedoch als ein teurer Spaß erweis: In der unterirdischen Werkstatt werden von den fünf Mitarbeitern pro Tag nämlich im Schnitt lediglich drei Stockschirme angefertigt.

Ab einem Mindestpreis von 225 Pfund erhalten qualitätsbewusste Kunden dafür ein Produkt, das zumeist aus einem ganzen Stück Holz herausgemeißelt wurde. Persönlichen Vorlieben wird an dem Schirm vor allem der Griff gerecht, für dessen Veredelung von der Ente bis zum Totenkopf hunderte verschiedene Motive zur Verfügung stehen.

Da die Herstellung eines Regenschirms bei James Smith & Sons schon einmal runde vier Wochen in Anspruch nehmen kann, dürften die Schmuckstücke aber kein Fall für Kurzentschlossene sein – zumal auch der Preis den üblichen Rahmen für Weihnachts- und Werbegeschenke sprengt.

Mein Verein, mein Stadion

Zumindest als weihnachtliches Präsent für eine bestimmte Zielgruppe könnten hingegen die Produkte eines neuen deutschen Start-ups in Frage kommen: Wie radiosaw.de berichtet, werden in Salzgitter seit kurzem unter anderem auch im Auftrag der UEFA Fußball-Schirme produziert.

Zwar lässt auch die in Niedersachsen angesiedelte Firma ihre Taschenschirme streng genommen in einer chinesischen Hafenstadt fertigen; dafür können zumindest etliche dem „allover“ bedruckten Schirm zugrundeliegende Motive für sich beanspruchen, Made in Germany zu sein.

Beim Öffnen der Regenschirme entfalten sich schließlich imposante 360-Grad-Panoramen von Fußballstadien, die in vielen Fällen auch den Bedürfnissen der hiesigen Fans Rechnung tragen. So hat das Unternehmen selbstverständlich die Arenen aller 18 Bundesligisten im Repertoire.

Die regionale Verbundenheit klingt zudem bei den Panoramomotiven der Spielstätten der Braunschweiger Löwen und des 1. FC Magdeburg an. Als Werbegeschenke dürften sich vor Ort insbesondere die Modelle mit dem Aufdruck des Eintracht-Stadions anhaltender Beliebtheit erfreuen.

Regenschirme als Outdoor-Artikel als Thema einer Kolumne

Die Regenpresse: „Outdoor-Regenschirme“

Selbst die ZEIT schreibt manchmal über Regenschirme…

Werden die den Regenschirm betreffenden journalistischen Perlen von uns oftmals in den etwas unscheinbar wirkenden Lokalblättern aufgegriffen, gelang vor wenigen Tagen nun ausgerechnet der renommierten Zeit der Nachweis, dass diesbezüglich auch die überregionale Presse liefern kann.

Die Hamburger Wochenzeitung hat es sich möglicherweise zu Herzen genommen, dass der Begriff „elitär“ derzeit in gewissen Kreisen als eine Art Schimpfwort kursiert: Aus dieser Erkenntnis resultiert der Versuch, die gehobene Berichterstattung mit einem Augenzwinkern zu verbinden. Weiterlesen